Instinkt

Nach der Verhaltensforschung (Ethologie) angeborene, zweck- und zielgerichtete, überdauernde artspezifische Bewegungs- und Verhaltensmuster. Instinkte werden zumeist als angeborene Triebe bzw. Bedürfnisdispositionen angesehen, die eine Spezies im Verlauf ihrer Evolution aus dem ständigen Wechselspiel von Mutation und Selektion erworben hat. Auch das menschliche Verhalten ist von Instinkten mitbestimmt (Beispiele: Saugen des Säuglings, Fluchtreaktionen in Angstzuständen, Schlaf, Geschlechtsakt). Nach der Auffassung der Verhaltensforschung entwickeln sich Instinkte im Individuum gemäß einem im genetischen Code festgelegten Programm, das individualgeschichtlich gar nicht oder nur in sehr engen Grenzen durch umweltbezogene Anpassung verändert werden kann. Nach der Auffassung der lerntheoretisch begründeten Verhaltenstherapie sowie der Psychoanalyse erscheinen die Instinkte beim Menschen jedoch weitgehend durch erworbene Lernvorgänge sowie durch Erfahrungen aus Objektbeziehungen überlagert zu sein. Auch in der Ethologie gilt heute allgemein, daß, je höher ein Tier im System steht, desto stärker seine Instinktbewegungen durch umweltbedingte Lernvorgänge überlagert werden können (Instinkt, Dressurverschränkung).

Siehe auch: Angeborener auslösender Mechanismus, Appetenzverhalten, Trieb, Objektbeziehungen