Identität

Die in sich und in der Zeit als beständig erlebte Einheit der Person. Ich-Identität bewirkt, daß das Individuum zwischen seiner persönlichen Identität (d.h. der Struktur seiner  individuell gemachten Erfahrungen während der Lebensgeschichte: vertikale Dimension) und seiner sozialen Identität (d.h. den ihm durch Rollenerwartungen abverlangten Verhaltensstrukturen: horizontale Dimension) ein Balanceverhältnis herstellen kann. Ich-Identität ist ebenso auf die verhaltensstabilisierende Wirkung der sozialen Rollen angewiesen, wie umgekehrt Ich-Identität mit in das persönlichkeitsbestimmte Rollenverhalten eingeht. Die personale und soziale Identität stehen miteinander im Widerstreit, da in der vertikalen (biographischen) Dimension vom Individuum verlangt wird, zu sein wie kein anderes, in der horizontalen (sozialen) Dimension dagegen wird ihm zugeschrieben, zu sein wie alle anderen. Das Individuum verhält sich daher einerseits, als ob es einzigartig, und andererseits, als ob es wie alle anderen wäre, d.h., als ob es mit den vorgegebenen Normen (Verhaltenserwartungen) voll zur Deckung zu bringen sei. Als Vorläufer der Ich-Identität erscheint die Körper-Identität im Sinne eines im Selbst verankerten einheitlichen Erlebens verschiedener Körperfunktionen und körperlicher Bewegungsabläufe. Körper- und Ich-Identität gelten als Kennzeichen der reifen und der normalen Persönlichkeit.

Siehe auch: Identifikation, Rolle, Sozialisation