|
Erziehungsstil Relativ einheitliche Ausprägungsform erzieherischen Verhaltens, die sich als typische Konfiguration von pädagogisch relevanten Verhaltensmerkmalen (Erziehungspraktiken) von anderen Ausprägungsformen abheben läßt. Der Erziehungsstil wird bestimmt durch a) die soziokulturelle Situation (Schichtzugehörigkeit der Familie), in deren Rahmen spezifische Erziehungsnormen gültig sind, b) die Persönlichkeitsstruktur einzelner Mitglieder der Familie, c) die typische Konfliktkonstellation innerhalb der Familie (Familiendynamik), d) die konkreten Erziehungsinhalte und Erziehungsziele, e) die gesamtgesellschaftliche Situation, die auf die Familie einwirkt. Der Begriff Erziehungsstil umfaßt die Kategorien Führungsstil und Unterrichtsstil, wobei allerdings vornehmlich die Rolle des Erziehenden, Führenden oder Unterrichtenden akzentuiert ist: a) Der autoritäre Erziehungsstil fordert eine widerspruchslose, bedingungslose Unterwerfung des Kindes. b) Der autokratische (autoritative) Erziehungsstil betont die Autorität der führenden Elternfigur, auf deren Anweisungen, Kontrollmaßnahmen, Lob und Kritik sich das Interesse und die Aufmerksamkeit des Kindes zu richten haben. c) Der Laissez-faire-Erziehungsstil überläßt die Kinder weitgehend sich selbst. d) Der kooperative (demokratische) Erziehungsstil zeichnet sich durch ein Verhalten der Eltern gegenüber ihren Kindern aus, das sich in erster Linie um einen guten familiären Kontakt bemüht und durch steuernde Vorschläge und Anregungen bei den Kindern die eigene Entscheidungsfindung auf der Grundlage des Lernens durch Einsicht fördert. Siehe auch: Entwicklung, Lernen
|