Appetenzverhalten

Im Rahmen der Instinktlehre jedes zweckgerichtete Verhalten höherer Organismen, das aktiv eine ganz bestimmte Reizsituation anstrebt, die ihrerseits einen angeborenen auslösenden Mechanismus in Gang setzt. Instinkthandlungen beginnen zumeist mit einer Appetenzphase (Suchen nach Nahrung oder dem Geschlechtspartner), die sodann die Endhandlung (consummatory act) auslöst, so daß der biologische Sinn erfüllt und zugleich die Stimmung gesättigt bzw. die Bedürfnisspannung herabgesetzt ist. Der Begriff des Appetenzverhaltens wird zuweilen auch auf diejenigen menschlichen Handlungsweisen angewandt, die zur triebbedingten Befriedigung von Bedürfnissen dienen. Dazu zählen etwa auch Handlungen, die auf indirektem Wege Mittel zur Bedürfnisbefriedigung anstreben, z.B. um Geld, Nahrungsmittel, Kleidung, Wohnung zu erlangen. Einen Konflikt, der entsteht, wenn sich ein Individuum für eines von zwei gleich attraktiven Zielen entscheiden muß, bezeichnet man in der lerntheoretisch ausgerichteten pädagogischen Psychologie als Appetenz-Appetenz-Konflikt, während ein Appetenz-Aversions-Konflikt entsteht, wenn sich für ein Individuum ein einziges Ziel bietet, das zugleich attraktive und unattraktive Aspekte aufweist.

Siehe auch: Angeborener auslösender Mechanismus, Instinkt, Konflikte, Trieb